Geschichte

Mittwoch, 30. April 2008

Stachel im Fleisch

Heute um 17 Uhr wurde vollendet, was im letzten Jahr per Bürgerentscheid durchgesetzt wurde: Die Umbenennung eines Teils der Kochstrasse in "Rudi-Dutschke-Strasse". Pikantes Detail und letztendlich auch Teil des Widerstandes: Die neue Strasse trifft direkt auf die Axel-Springer-Strasse und ist auch noch vorfahrtberechtigt. So schließt sich ein Kreis. Für manche eine späte Genugtuung, für andere ein Menetekel. Aber so ist das eben.

Strassenumbenennung Foto: h|b

Das Plakat zum Bürgerentscheid Foto: h|b / Grafik: Tom

Samstag, 26. April 2008

Wir sind das Volk

Wenn in den letzten Tagen ein Begriff stark strapaziert wird, dann sicher dieser. Ob jetzt das "Tempelhofmussbleiben-Volk" seine Stimme erhebt, oder heute vor dem roten Rathaus - als wenn da heute jemand aus der adressierten Zielgruppe anwesend wäre - die armen "Volkswirte der Einraumkneipen" gegen das Rauchverbot demonstrieren, immer ist die Richtung klar: Wir lassen uns nie nix mehr vorschreiben, denn "Wir sind das Volk". Jaja und ich bin Volker. Okay, blöder Kalauer.

Berliner Wirte gegen Rauchverbot Foto: h|b

Muss es denn immer gleich so pathetisch sein? Gehts nicht 'ne Nummer kleiner? Wahrscheinlich nicht mehr, seit '89 liegt die Messlatte hoch. Die versammelte Menschenmenge von rund 500 Personen trillerte und johlte bei Bier und Kippen vor sich hin und der Anblick manches Wirtsvolkes würde mich auch eher davon abhalten diese Kneipen zu besuchen, selbst wenn sie 100% rauchfrei wären.

Ein Stück weiter Richtung Schlossplatz fand eine Minidemonstration auf der Rathausbrücke statt (geschätzte Zuhörer 5, davon 1 Polizist zur Verkehrslenkung), die - wenn ich es richtig verstanden habe - das Reiterstandbild des von Andreas Schlüter geschaffenen Großen Kurfürsten aus dem Charlottenburger Schloss wieder auf die eben genannte Brücke zurückholen möchte, wo es bis vor dem Krieg wohl gestanden hat. Warum? Keine Ahnung. Der Herr auf dem Foto hat irgendwas erklärt, aber es klang für den zu erwartenden Aufwand nicht wirklich schlüssig.

Demo zur Rückführung eines Denkmals Foto: h|b

Sonntag, 13. April 2008

Zug der Erinnerung

Endlich isser da: Der Zug. Der Erinnerung. An einem Berliner Bahnhof. Nach dem vorhergehenden Drama der Veranstalter, klang es ja zeitweise so, als gäbe es keinen anderen Bahnhof als unbedingt den Hauptbahnhof. War jetzt die Location wichtiger, oder die Ausstellung?

Von der wartenden Menge der Menschen auf Gleis 1 des Ostbahnhofes aus zu schließen, wohl eher die Ausstellung. Bis zum Buchstaben D des Gleisanzeigers standen die Besucher, um ganz vorn bei G endlich Einlass zu bekommen in die zwei Ausstellungswagen. Die Dampflok - eine preußische P8 - musste draussen bleiben und köchelte außerhalb des Bahnhofsdaches vor sich hin.

Viele Leute legten Blumen auf die Lok, oder klemmten sie an die Wagen. Kleine Schilder vor dem Eingangsbereich machten auf das Schicksal der Juden aufmerksam. Derweil dröhnte im Ostbahnhof in der Halle "Eye of the Tiger" zu Vorführungen der Box- und Kick-Box Clubs der Berliner Ostbezirke. Interessantes Kontrastprogramm.

Zug der Erinnerung macht Station in Berlin Foto: h|b

Weitere Infos zur Ausstellung unter "Zug der Erinnerung"

Samstag, 22. März 2008

Trauer

Mit nicht ganz so großer Anteilnahme wie damals, aber mit dem passenden Wetter (Wen wunderts, in Berlin regnets mal wieder) wurde heute mittag den Gefallenen der Märzrevolution von 1848 gedacht. Sie kämpften und fielen am 18. und 19. März 1848 für demokratische Rechte, wie Rede- und Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und Wahlrecht.

Dazu hatte die "Historiale" eingeladen, die bereits am 18. März den Barrikadenkampf auf dem Alexanderplatz aufgeführt hatte. Heute waren auf historischem Boden - vor den Stufen des Doms am Gendarmenmarkt - 183 Särge mit den Namen der Gefallenen aufgebahrt.

Während die Namen einzeln verlesen wurden, legte ein Pärchen in historischen Kostümen auf jeden Sarg zwei gelbe Herbstastern. Auch ein Eisenbahner war unter den Vorgelesenen, neben Arbeitern, Handwerkern und "Leuten von gebildetem Stand". Geschichte zum anfassen.

Trauer um die Gefallenen Foto: h|b

Mehr zum Thema "Märzrevolution" bei Wikipedia

P.S.: Werden wir in Deutschland irgendwann möglicherweise auch wieder vor hunderten aufgebahrten Särgen stehen, in denen deutsche Soldaten nach Hause gebracht werden, die bei dem Kampf in anderen Ländern für deren demokratische Rechte ihr Leben ließen? Lässt sich "Revolution" von außen aufzwingen?

Dienstag, 18. März 2008

Märzrevolution 1848

Genau 160 Jahre nach dem Barrikadenbau am Alexanderplatz in Berlin spielte heute Abend der Verein "Historiale" den entscheidenden Kampf um Demokratie und Verfassung für das geneigte Publikum am Original Schauplatz nach

Mit Kanonendonner und Pulverdampf versuchten preußische Truppen die Besetzer der Barrikaden zu vertreiben. Die wehrten sich ihrerseits mit Pistolen und Gewehren und dem Willen den Bürgerrechten Gehör zu verschaffen. "Die Gedanken sind frei" als Schlachtruf der Revolutionäre. Ab und an war heute Abend nicht ganz geschichtsgenau auch der Ruf "Wir sind das Volk" zu hören ;-)

Ohne die Revolution keine Verfassung, ohne die Revolution keine Pressefreiheit, ohne die Revolution keine Blogs? Wenn die Argumentationskette stimmt, sind wir den Kämpfern von damals zu Dank verpflichtet. Vielleicht brauchts in China auch mal eine Märzrevolution.

Auf den Barrikaden Foto: h|b

Dienstag, 26. Februar 2008

10.000 BC

Der "Spielberg von Schwaben" hat mal wieder einen Mega-Buster abgedreht und stellt das 140 Millionen $ Projekt heute abend in einer Weltpremiere im Berliner Cinestar vor. Seit 2 Tagen bastelt ein Event-Team im Sony-Center dazu das passende Ambiente.

Hauptbestandteil des roten Teppichs - ein fast 6 Meter hohes Mammut. Bis in den späten Nachmittag wurde noch geflext, gemalt und das Haar gebürstet. Laut Historikern hat zwar zu dieser Zeit kein Mammut mehr auf der Erde geweilt, aber Emmerich sah das im Interview locker. Er wolle keinen exakten Zeitrahmen definieren. Der Film umfasse einen Zeitraum von rund 7000 Jahren.

Worum es in dem Film geht, ist glaub ich eh zweitrangig. Ein bißchen "Am Anfang war das Feuer", ein bißchen "Atook alunda Lana" und Heldengeschichten mit bombastischer Filmmusik. Der Trailer lässt genau das vermuten. Mehr dazu auf der offiziellen Filmseite.

Mammut im Sony Center Foto: h|b

Montag, 28. Januar 2008

Rückblende < 2007

Die Rückblende ist ein Wettbewerb für politische Fotografie und Karikatur und wird veranstaltet von der Landesvertretung Rheinland-Pfalz und dem Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger in Kooperation mit "DER SPIEGEL" und der Bundespressekonferenz.

Jedes Jahr im Januar startet diese Ausstellung in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz, bevor sie sich auf den Weg durch die Republik macht. Eine schöne Gelegenheit noch mal das Jahr aus Sicht der Pressefotografen Revue passieren zu lassen.

Während man sich anhand der rund 100 ausgestellten Bilder erinnert - der Schwerpunkt im letzten Jahr lag definitiv beim G 8 Gipfel - erklingt aus dem Karikaturenraum lautes Gelächter der Besucher. Auch die Bahn ist mit Bildern und Karikaturen vertreten, bei fast 8 Monaten Tarifstreit ein Wunder das nicht mehr Exponate zum Thema dabei sind.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. März in Berlin zu sehen. Infos und alle 1300 Wettbewerbsbeiträge (man braucht ein wenig Geduld) sind zu sehen unter "www.rueckblende.rlp.de". Es lohnt sich.

Rückblende 2007 - Das Jahr durch die Augen der Pressefotografen Foto: h|b

Freitag, 25. Januar 2008

Die Bahn stellt sich

Austellung "Sonderzüge in den Tod"Mit der Wanderausstellung "Sonderzüge in den Tod" stellt sich die Bahn zum ersten Mal ihrer Beteiligung am Holocaust. Ohne diese Beteiligung - so das Fazit der Ausstellung - wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti und Roma nicht möglich gewesen.

Drei Millionen Menschen wurden aus fast ganz Europa mit Zügen zu den nationalsozialistischen Vernichtungsstädten verbracht. Eingepfercht wie Tiere in Güterwagen, fuhren die "Passagiere" oft tagelang, ohne Wasser und etwas zum Essen, auf ihr "Endziel" zu. Viele überlebten bereits diese Tortur nicht.

Die Ausstellung findet sich am südlichen Ende der B-Ebene des Regionalbahnhofes Potsdamer Platz und findet regen Zuspruch. Auf vielen Stelltafeln sind Schicksale dokumentiert und Dokumente der planstabsmäßigen Durchführung von Bahntransporten nachlesbar.

Die Ausstellung ist dort bis zum 11. Februar zu sehen. Danach wird sie in Halle(Saale) und Münster jeweils im Hauptbahnhof zu sehen sein. Weitere Termine sind in Vorbereitung. Informationen und den Ausstellungsflyer gibt es auf www.db.de.

Ausstellung "Sonderzüge in den Tod" Foto: h|b

Donnerstag, 10. Januar 2008

Zille sein Milljöh

Zum 150sten Geburtstag des Grafikers und Fotografen Heinrich Zille, wurde im Nikolaiviertel eine lebensgroße "Fijur uffjestellt".

Zeitgleich starten an zwei Orten Ausstellungen über seine Werke. Der Tagesspiegel schreibt dazu unter anderem: "Sein Name war einmal so etwas wie ein Synonym für Berlin. Oder zumindest für den Berliner Humor, den man gern Mutterwitz nannte. Damals, als es ihn noch gab. Inzwischen scheint er sich in der ebenso sprichwörtlichen Berliner Luft aufgelöst zu haben. Weitgehend rückstandsfrei, bis auf die Berliner Schnauze, doch selbst die hört man immer seltener. Man spricht Hochdeutsch in Berlin."

Das stimmt, wenn man auch bereits in anderen Bezirken Berlins "alles spricht, außer Hochdeutsch" (Werbeslogan eines süddeutschen Bundeslandes).

Zille sein Milljöh Foto: h|b

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Blogging New Year

Heut auf den Tag vor einem Jahr habe ich meinen Blog gestartet. Begleitet von Fragen in der Art: "Wieso? Für wen? Macht das Sinn?" Diese Fragen kann ich zwar immer noch nicht so ganz beantworten, aber inzwischen weiß ich zumindest: "Es macht Spaß".

Bei der Frage "Für wen" könnt ihr mir ja ein wenig helfen, schreibt mir doch einfach mal einen kleinen Neujahrsgruß in die Kommentare. Würd mich echt freuen. Ansonsten wünsche ich euch allen schon mal prophylaktisch ein gesundes und erfolgreiches 2008.

Übrigens habe ich festgestellt, dass Bloggen im Rückblick überprüfbar macht, was man so alles von sich gegeben hat. Trotz Sommereinbruch bereits im April ist Berlin z.B. noch wüstenfrei. 2007 wird zwar wahrscheinlich das wärmste Jahr in der Geschichte, aber der gefühlte Sommer war eher wie immer. Zu kühl, zu feucht, zu bähhhh.

Motorradtouren nach Polen gehen dafür ab sofort ohne Wartezeiten an den Grenzen, schon irre. Wenn Russland noch dabei mitspielt, könnten wir in 2010 - unsere nächste Wohnmobil Tour zum Nordkapp - grenzkontrollfrei über den Landweg nach Finnland fahren. Unglaublich.

Was habe ich noch so orakelt? Ach ja, der "Running Gag" des Jahres: Der Tarifkonflikt meines Arbeitgebers mit dem stolzen Völkchen der Lokführer. Ist immer noch nicht gelöst. Traurig.

Urlaub hatten wir dieses Jahr ausreichend, in 2008 wirds etwas ruhiger. Im März mal Kurztripp nach Barcelona und dann mal schauen. Gute Vorsätze für das neue Jahr? Not really. Fotografieren, bloggen und das Leben genießen. Vita Brevis - Carpe Diem. In diesem Sinne.

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Kommentare

wouw
Harald, was hast Du denn da für eine coole Maschine!?...
william5 - 10. Mai, 22:47
hach :-)
Ich beneide Euch um diese Motorradfahrt (kann mich...
Karo (anonym) - 10. Mai, 22:28
1.Mai
Auch hier friede freude eierkuchen hier in bern..oder...
honigbaerli - 1. Mai, 22:10

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Zuletzt aktualisiert: 10. Mai, 22:49

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