Skurriles

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Winter(alb)traum

Jedes Jahr, ungefähr Ende Oktober, das gleiche Schauspiel. Obwohl der Winter noch ein wenig auf sich warten lässt, wird ein großes Gerüst auf dem Potsdamer Platz aufgebaut. Die Touristen rätseln eine Weile, und dann, kommt der große Laster mit 25 Tonnen Schnee aus der Skihalle in Senftenberg.

So schneit es in Berlin
Schneefall in Berlin - Foto: h|b

Nicht sehr ansehnlich, eher so, wie Schnee nach einer langen harten Saison aussieht, wird er mit einem Bagger vom Laster auf die schräge Ebene gehievt, wo später die Luftkissenschlitten kreischende Teenies ins "Tal" befördern sollen. Kräftige Jungs versuchen mit Schaufeln und Schneefräse, die Schneemassen zu bändigen.

Schneeschaufeln im Herbst
Schneekatastrophe am Potsdamer Platz - Foto: h|b

Da es auch heute wenig winterlich war, tropfte es nur so vom Laster, der Schnee platschte klumpig und nass auf die Rodelbahn und von oben nieselte es kräftig bei milden Temperaturen um die 12 Grad. Aber es zählt halt der Event. Dazu gehört neben den Glühweinbuden auch die zünftige Salzburger Stigl Alm. Eröffnung ist an diesem Samstag um 14 Uhr. Mehr Informationen unter winterwelt-berlin.

Freitag, 18. September 2009

Auferstanden aus Ruinen

Seit dieser Woche erstrahlt der Palast der Republik wieder wie zu glorreichen DDR Zeiten. Die Arbeiter erledigen noch einige Restarbeiten, dann aber kann nach 20 Jahren Mauerfall endlich der Platz vor dem PdR wieder als Aufmarschfläche, oder als Parkplatz für Trabis verwendet werden.

Der Palast der Republik als Fake
Die Wiedergeburt des Untergegangen - Foto: h|b

Möglich wurde das, weil man nach der Richterentscheidung, die Vergabe des Schloßneubaus aufzuheben, den Platz nicht länger leer stehen lassen wollte. Der leere Platz hätte kurz vor der Bundestagswahl zu sehr nach Depression ausgesehen. So folgte man dem Vorschlag der Linken, doch erstmal temporär wieder den Palast aufzubauen.

Nein, ist natürlich Quatsch, aber trotzdem ein Blickfang für exakt ein Jahr. Auf der Website der "temporären Kunsthalle" ist dazu zu lesen: "Nur wenige Monate nach dem Abbau der letzten Reste des Palastes der Republik erleben die Besucher des Schlossplatzes ein unheimliches Déjà-vu. Bettina Pousttchis (*1971) flächendeckend plakatierte Fotoinstallation Echo auf der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin lässt das eben erst verschwundene Gebäude scheinbar wieder auftauchen."

Am Besten hingehen und selber staunen.

Sonntag, 16. August 2009

_temp

Eine Ampel mit festgeklebter Flasche
Foto: h|b

Kunst ist ja auch immer etwas temporäres, zumindest moderne Kunst erhebt oft diesen Anspruch. In Berlin ist das häufig auch so. Kaum steht ein Stadtschloss, rumms, wird es gesprengt, der darauf folgende Volkspalast hat es auch mal grad auf ein paar Jahrzehnte geschafft. Gut, die gehörten jetzt eher nicht zur modernen Kunst, aber um die Ecke steht ja das Vergängliche schlechthin, die "Temporäre Kunsthalle". Die heisst auch noch so, weiß also jetzt schon, dass sie da nicht ewig stehen wird. Aber, oft ist ja gerade das Temporäre, das Vergängliche von großer Dauer.

Kaputte Lampe mit festgeklebter Flasche
Foto: h|b

In Friedrichshain ist der Faktor der zur Vergänglichkeit führt allerdings noch um ein Stück höher. Wer hier nicht permanent die Kamera dabei hat, ist bereits am Abend um den Lohn der möglichen Früchte gebracht. Die kunstvoll verklebte Flasche an der Laterne, hatte ich am Abend vorher bereits auf der Warschauer Brücke entdeckt, seinen Sidekick dann am nächsten Morgen an der Ampel kurz vor der Brücke. Als ich am selben Abend von der Arbeit zurück kam, klebte dort nur noch das braune Band. Die Flaschen wurden sicherlich, wie weiland die Fettecke von Joseph Beuys, von den allgegenwärtigen Flaschensammlern in die Tiefen der TOMRA Maschinen versenkt, um die 16 Cent dafür einzukassieren. Kunst an sich ist wertlos, erst der Betrachter erhebt sie dazu. Das ist hiermit geschehen.

Samstag, 1. August 2009

Kühe melken mit Heidi

Schweizer Holzkühe vorm Berliner Hauptbahnhof
Schweizer Kühe vor dem Berliner Hauptbahnhof - foto: h|b

Zum Nationalfeiertag der Schweiz haben die Eidgenossen diesmal rund um ihre Botschaft in dieser Woche eine kleine Alm mit rot-weißen Kühen aufgebaut. Das Botschaftsgebäude im Spreebogen zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt, steht wie ein UFO mitten im deutschen Regierungsviertel. Ist irgendwie historisch. Jedes Jahr am ersten August wird hier - nur für geladene Gäste - der Schweizer Feiertag zelebriert.

Heidi vor einer schwarz-weißen Kuh
Heidi überwacht den Melk-Contest - Foto: h|b

Heute hatten die Schweizer noch eine "echte" Kuh neben ihren etwas spartanischen Infostand gestellt, wo Heidi und der Alp-Öhi die Besucher animierten der Kuh über das Euter Wasser zu entlocken. War der Melker erfolgreich, was nicht selbstverständlich ist, wurde eine Karte mit dem Ergebnis ausgefüllt und der Kuh das Wasser über eine Bauchklappe erneut zugeführt. Soviel also zur Schweiz. Hopp Schwyz und Happy Anniversary.

Der Geißenpeter prüft das Euter
Der Geißenpeter überprüft fachmännisch das "Euter" - Foto: h|b

Mittwoch, 17. Juni 2009

Shoebashing

Sneakers in der Luft
Luftige Schuhe - Foto: h|b

Beim fotografischen Lustwandeln durch Berlin, vorausgesetzt man schaut nicht ausschließlich auf die Straße, um mehr oder weniger erfolgreich, den gefürchteten Hinterlassenschaften der Berliner Tölen auszuweichen, entdeckt man seit einiger Zeit - meist in luftiger Höhe an Ampeln, oder Verbindungsdrähten - Schuhe, oder noch öfter gelbe Gummistiefel hängen. In der Regel ist es ein Paar, was doch einige Fragen aufwirft.

Warum braucht man in Berlin überhaupt gelbe Gummistiefel? Ist ja doch eher so ein Küstenuntensil. Wenn man welche anhätte, bei der heutigen Mode kann man ja nichts mehr ausschließen, warum wirft man sie dann weg? Und nicht einfach in die nächste Ecke, wie in Berlin üblich, sondern kunstvoll zusammengebunden über einen fünf Meter hohen Mast, oder Draht? Dazu gehört ja schon fast artistische Kunst, oder mindestens Qualitäten eines Alba-Forwarders.

Gummistiefel an der Ampel
Gummistiefel im Wrangelkiez - Foto: h|b

Das erste Foto weicht von der Gummistiefellogik ab und zeigt zwei schicke Sneakers. Die Gummistiefel hängen in der Schlesischen-/Ecke Falkensteinerstraße, ein weiteres Paar kurz vor der Unterführung am Ostbahnhof. Auf der Karl-Liebknecht-Strasse in Höhe des Lustgartens habe ich auch schon welche entdeckt. Wenn also jemand weiß, was das alles zu bedeuten hat, welche geheime Botschaft dahintersteckt, lasst es mich bitte wissen. So was macht mich sonst ganz wuschig.

Montag, 15. Juni 2009

Taxi vs. TXL

Taxidemo vor dem Brandenburger Tor
Foto: h|b

Mehr als 1000 der insgesamt 7000 Taxen von Berlin haben heute Mittag den Weg zur angekündigten Demonstration am Brandenburger Tor gefunden. Die Taxifahrer wehren sich gegen eine neue Gebühr von 0,50 € pro Fahrt vom Flughafen Tegel (TXL) in die Stadt. Die Flughafenbetreiber legen damit das Geld um, dass sie auf der anderen Seite für Personal ausgeben, dass die Standards der Taxen überprüfen soll, die dort bereits für 70,- €/Jahr die Erlaubnis haben, den Flughafen anzufahren.

Diese 0,50 € pro Fahrt werden auf die Kunden umgelegt. In einer Berechnung des Taxibloggers kommen bei durchschnittlichen Fahrten da mal schnell 864,- € pro Taxe und Jahr zusammen, eine Verzwölffachung des jetzigen Betrages, den der Flughafenbetreiber als Plus verbuchen kann. Die "Taxiprüfer" sollen auf saubere Fahrzeuge, ausreichende Deutsch- und Englischkenntnisse und Kreditzahlungsmöglichkeiten achten. Laut Taxiinnung alles "olle Kamellen".

Demonstrierende Taxifahrer
Foto: h|b

Die Frage ist natürlich, wann stellen andere Orte wie der Flughafen Schönefeld, der Hauptbahnhof Berlin, oder weitere zentrale Anlaufstellen für Taxen Prüfer ein und Gebühren auf. Wenn es einmal funktioniert, warum dann nicht mehrmals? Warum prüft man diese Kriterien bei Taxen nicht bei der Vergabe der Lizenzen und dann regelmäßig? Haben nicht alle Taxigäste Anspruch auf die oben genannten Punkte?

Montag, 8. Juni 2009

NYC

New York in Berlin
Foto: h|b

Am letzten Wochenende konnte man sich in Berlin, auch ohne erst sechs Stunden fliegen zu müssen, nach New York versetzen lassen. Rund um die ehemalige amerikanische Botschaft hingen US-Flaggen aus den Fenstern und es war eine typische amerikanische Straßenszene aufgebaut, die - nach den eingesetzten Autos zu schließen - in den 60ern spielen muss.

In der Tat wird aktuell in Berlin und Hamburg das Remake eines - in alten Schwarz-Weiss Zeiten - beliebten Krimiduos gedreht: Jerry Cotton und Phil Decker. Die Geschichten basieren auf den Trivialromanen von Delfried Kaufmann und erreichten bis heute eine Gesamtauflage von 850 Millionen Heften. Diese Art Groschenromane habe ich früher auch geliebt. Perry Rhodan, Jerry Cotton und John Sinclair. Schnell zu lesen, auch wenn die Handlungen extrem voraussehbar sind. Aber das gehört zu dieser Art "Literatur" wohl dazu.

Das Plakat zum Film Jerry Cotton
Jerry Cotton: Christian Tramitz [Quelle: © 2009 Constantin Film Verleih GmbH

Im Remake wird Christian Tramitz, Jerry Cotton und Rick Kavanian, Phil Decker spielen. In der Originalserie waren das noch George Nader und Heinz Weiss. Ist mir ehrlich gesagt nicht mehr so präsent, da diese Serien leider auch nie wiederholt wurden. Aber den Film, denk ich, werde ich mir mal anschauen. Mal sehn was sie draus gemacht haben. Vor allen Dingen natürlich um zu sehen, wie sich Berlin als NYC macht und wie Polizeiarbeit ohne Handy und Internet so funktioniert.

Mehr zu Jerry Cotton gibts bei Wikipedia, wo sonst.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Verschwenken und Verschieben

Lennestraße im Tilt-Shift Modus
Die Lennestraße in Berlin im TS-Modus - Foto: h|b

Twitter ist manchmal doch nicht so überflüssig wie sein Ruf. So habe ich heute einen Tipp aus dem Fotografenumfeld, dem ich auf Twitter folge, aufgenommen und mir ein kleines Tool installiert mit dem man nachträglich seine Bilder in eine Tilt&Shift Perspektive bringen kann.

Das funktioniert natürlich nicht mit jedem Bild und ersetzt auch nicht den Einsatz eines teuren Objektives, aber es lässt zumindest bei geschickter Perspektivenwahl und dem Drehen einiger Regler eine Anmutung erkennen, die diesem typischen Modellbahnfeeling entspricht.

Das Tool ist eine Webanwendung, funktioniert aber auch als AIR-Client auf dem Desktop mit Drag&Drop von Bildern. Die Bedienung ist intuitiv und die Bilder können nach der Bearbeitung gespeichert werden. Zu finden unter artandmobile.com

Wer etwas zu Tilt&Shift wissen möchte wird bei Wikipedia fündig. Viel Spaß beim austesten.

Sonntag, 31. Mai 2009

Licht und Schatten

Auf der Sonnenseite
Foto: h|b

Beim Warten auf dem Potsdamer Platz am letzten Freitag, konnte man schön beobachten, wie andere Menschen, die auch warteten, dazu den einzigen Platz wählten, den die Sonne durch die Hochäuser hindurch erreichte. Es war ein langer Sonnenstrahl der langsam quer über den Platz wanderte, der im Moment als ich das Foto machte, nur von der einen warteten Frau benutzt wurde. Im Laufe der Zeit wurde dieser Korridor dann zielstrebig auch von anderen aufgesucht. Niemand wartete im Schatten, in dem es ehrlich gesagt auch recht frisch war. Ich habe das Foto noch ein wenig gepusht, um diesen Kontrast noch etwas stärker zur Geltung zu bringen.

Freitag, 8. Mai 2009

Papierschiffchen

Das Maskottchen von Qhase
Das Maskottchen von QHase - Foto: flickr/promo

Mit QHASE macht sich ein neues Portal in Berlin auf Mitglieder zu gewinnen. Geplanter Benefit: "Qhase ist die brandneue Berliner Community, um Fragen zu stellen oder zu beantworten und Jobs zu vergeben oder zu erledigen. Und das speziell für Deine Umgebung!"

Um das Ganze weiter zu promoten, findet am kommenden Sonntag entlang der Spree ein "Charity Flashmob" statt. O-Ton auf der Website: "QHASE veranstaltet am Sonntag, den 10. Mai eine Altpapiersammlung in Form eines Charity-Flashmobs. Mit der "MS QHASE" werden wir im Zeitraum zwischen 12 und 16 Uhr vier Anlegestellen entlang der Spree abfahren, um Dein Altpapier einzusammeln. Der Erlös des gesammelten Altpapiers kommt dem Kleintierhaus "Bugs Bunny" im Tierheim Berlin zugute."

Wer dabei helfen möchte, kann sich auf der Website von QHASE über die Details weiter informieren. www.qhase.de

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schönes foto!
und wie man sieht, freut der sich sogar über die...
hbf berlin (Gast) - 19. Okt, 12:45
Fotoserie: Die Riesen...
Klasse Veranstaltung Offensichtli ch gibt es ein Mangel...
Matthias von Hoff (Gast) - 7. Okt, 13:37
Fotoserie
Klasse Veranstaltung Hier gibt es eine schöne...
Matthias von Hoff (Gast) - 7. Okt, 13:22

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