Skurriles

Sonntag, 12. Februar 2012

Karneval an der Spree, oje, oje, oje

Ein Teilnehmer des Berliner Karnevals mit Kissen auf dem Schlagzeug
Kissen auf dem Schlagzeug als Protestform - Foto: h|b

Der Karneval in Berlin kann einem ja schon leid tun. So richtig in die Pötte kommt er eh nicht, da ist in jedem rheinischem Dorf mehr Stimmung und Begeisterung, und dann wird er in diesem Jahr von der Umweltverwaltung nicht als "bunt und fröhlich", sondern als "störend einzustufende Veranstaltung" laut Landesimmissionsschutzgesetz klassifiziert. Diese Anordnung des Senats hat die Stimmung der Narren gründlich verdorben: "Der Umzug darf so nicht lauter sein als 70 Dezibel – kaum mehr als ein Fernseher"

Karnevalshonoratioren auf einem Wagen in Berlin
Sogar der Weihnachtsmann hilft im Berliner Karneval aus, von den Temperaturen her passt es - Foto: h|b

Als ich am Wittenbergplatz eintraf traute ich meinen Ohren kaum, laute Musik schallte über den ganzen Platz, also doch alles nicht so ernst? Keineswegs, die ersten Wagen waren zwar schon da, aber der ungeregelte Lärm stammte vom griechischen Solidaritätskomitee, die an einer Ecke des Platzes ihre Lautsprecher aufgestellt hatten und wenigstens so für Stimmung sorgten. Der Polizist den ich fragte, wieso dürfen die und die anderen nicht, konnte nur mit den Schultern zucken. Wenigsten Scientology, die sich nicht zu blöd sind an so einen Tag ihre Stresstesttische direkt neben dem Umzug aufzubauen, hielten die Klappe.

Teilnehmer des Berliner Karnevalsumzuges
Die teilnehmenden Narren hatten immerhin ihren Spaß - Foto: h|b

Nach einem Blick die Tauentzien hinunter dachte ich dann schon der Umzug sei vorbei und ich vielleicht zu spät, aber es waren nur Riesenlücken, die nicht gerade stimmungssteigernd wirkten. Die Zuschauer waren bei der Kälte auch bedeutend weniger als in den Jahren davor. Vielleicht geschätzt ein paar tausend. Weiter unten an der Gedächtniskirche war es dann jedoch merklich voller. Die Lücken zwischen den Wagen und Gruppen blieben allerdings. Vielleicht ist die große Karnevalsnummer wirklich nichts für Berlin, sondern eher der Hallenkarneval aus Vorwendezeiten. Schließlich heisst es ja auch in dem Lied: "Mer lasse der Dom in Kölle". Vielleicht am besten gleich das ganze Faschingsgedöns?

Sonntag, 29. Januar 2012

Schuster bleib bei deinen Leisten

Eine Schusterfigur in einem Schuhladen in Neukölln
Schusterjunge - Foto: h|b

So echte Schusterläden, in denen es eine kleine Auswahl von Schuhen gibt, man vielleicht sogar kaputte Schuhe zum reparieren hinbringen kann, gibt es heute eher selten. Ein Exemplar habe ich heute bei meinem Fotospaziergang in Rixdorf, also eigentlich Neukölln gefunden. Früher als Kind, hatten wir auch so einen Haus- und Hofschuster. Der kam sogar aus dem Nachbarort mit einer Auswahl von Schuhen zu uns nach Hause.

Das da in der Regel nichts dabei war, was auch nur den Anschein von modischen Schuhwerk hatte, muss ich wohl nicht erwähnen. Ich wollte bunte Schuhe mit 10 Zentimeter Absatz und hoher Sohle, war damals eben in, und bekam irgendwas mit geflochtenem Vorderteil in dunkelbraun. Aber wir mussten das lokale Schusterhandwerk unterstützen, daher gabs einmal im halben Jahr ungewollte und meist auch unbequeme Schuhe. Im Sommer meine absolute Hassnummer: Altmännersandalen mit breiten Riemen. Damit durfte ich dann sogar in die Schule gehen. Ende der 60er!!! Mehr Aussenseiter geht nicht. Hält mich bis heute erfolgreich davon ab, jemals wieder so etwas anzuziehen.

Samstag, 28. Januar 2012

Just married

Eine Trooperfigur aus StarWars mit anderen Figuren
Foto: h|b

"Stormtrooper Kevin saß verwirrt auf seinem edlen Ross und ließ seinen Blick über die illustre Hochzeitsgesellschaft schweifen, die sich hier aufgebaut hatte. Wie zum Teufel war er hierhergeraten? Weder kannte er die Mischpoke vor ihm, noch wusste er wie er auf das Pferd gekommen war. Der Filmriss nach dem gestrigen Abend mit seinen Kumpels hatte zu einem totalen Blackout geführt."

Nicht dass ihr jetzt denkt, ich hättse nicht mehr alle, aber ein Geschenk für meine Enkeltochter, der sehr bewegliche Stormtrooper, hat mich über Weihnachten zu allerlei Fotoideen und kleinen Geschichten inspiriert. Auf instagr.am gibt es jede Menge dieser kleinen Geschichten über die Stormtrooper zu entdecken. Ich glaube ich muss mir unbedingt einen Eigenen zulegen.

Montag, 5. Dezember 2011

Linedance

Schuhe hängen auf Stromleitung
Hängende Schuhe in Friedrichshain - Foto: h|b

Über Leitungen hängende Gummistiefel hatte ich ziemlich früh irgendwann schon mal hier im Blog, war wohl damals Werbung für einen Radiosender. Aber jetzt habe ich in Friedrichshain einen Ort gefunden, an dem scheinbar Schuhe geopfert werden. Da es sich um ganz normale Schuhe handelt, frage ich mich natürlich, gehen die Leute anschließend auf Socken nach Hause? Vielleicht ist es ja so eine Art Berlinritual. Wer was weiß, kann ja mal Bescheid geben.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Ankunft

Buchstaben mit Blumen
Wortspiele zu fortgeschrittener Stunde - Foto: h|b

Jetzt sind wir schon bei der zwei und können noch dazu heute in Berlin dem Shopping-Wahn fröhnen, viele Geschäfte und Einkaufszentren haben heute geöffnet. Im Gegensatz zu den Griechen und anderen Ländern können die meisten Bewohner hierzulande sich auch noch auf ein kommerzielles Weihnachten freuen, die Geschäfte sind in der Vorweihnachtszeit gut gefüllt. Ob es die reine Freude ist, sich in die Massen zu werfen, um DAS Geschenk zu bekommen, was Onkel Ferdinand oder Enkel Friedrich sich gewünscht haben, auf das sich zur Bescherung keine dunklen Wolken am christlichen Himmel ballen, lassen wir mal dahingestellt.

Überhaupt, diese ganze Geschenkerei, wem bringt das eigentlich was, außer der Warenwirtschaft, weil das produzierte Zeug ja letztendlich irgendwo hinmuss und in den Lagern Platz geschaffen werden muss, für neue Dinge die wieder jemand kaufen muss, damit die Lager, undsoweiter ...... Ein ewiger Kreislauf. Die Beschenkten - natürlich meist die Kinder - sitzen dann unter dem Baum, zerreissen hoffnungsvoll Geschenkpapier auf der Suche nach dem Kick. Wie ein Junkie werfen sie die ausgepackten Dinge zur Seite, reißen bereits am nächsten Papier, während ein Auge schon danach schielt, wieviel es noch zum aufreissen gibt. Danach ... Leere. Ein frohen zweiten Advent wünsch ich euch.

Montag, 31. Januar 2011

Osama lives here

Ein Bild an einer Wohnungstür
Foto: h|b

Auf dem Heimweg durch die Gubener Straße fiel mir letzte Woche die Zeichnung an einer Wohnungstür auf, die aus meiner Sicht unmißverständlich darauf schließen lässt, dass hier ein gewisser Top-Terrorist wohnen muss. Da es an dieser Tür keine Klingelschilder gibt, haben sich die Anwohner wohl entschlossen sich über ihre gezeichneten Portraits von der Post finden zu lassen. Mein Anruf beim CIA gab aber Entwarnung, dort vermutet man ihn immer noch im afghanischen Grenzgebiet zu Pakistan. Mehr als Bescheid sagen kann ich nicht.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Bewegung

Foto aus dem fahrenden Zug am Ostbahnhof
Foto: h|b

Der Blick - am frühen Morgen noch nicht ganz wach - aus dem Fenster der S-Bahn zeigt nur schemenhaft Gebäude und Brachflächen. Je mehr man die Augen defokussiert, desto irrealer die vorbeihuschende Umwelt namens Berlin in bunten Schlieren.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Nebulös

Fernsehturm am Alexanderplatz verfremdet

Nach dem gestrigen Besuch von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" schaute uns der Fernsehturm am Alex mit roten "Augen" bedrohlich durch den Nebel an. Wir waren uns aber keiner Schuld bewusst und haben es einfach ignoriert.

Freitag, 26. November 2010

Glühweindelirium

Der Fernsehturm in Berlin
Es ist kein Ufo, und der Alex hebt auch nicht ab, es ist die ganz normale Sicht der Dinge nach ein paar Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, visualisiert mit der Kamera meines Vertrauens - Foto: h|b

Sonntag, 31. Oktober 2010

Badetag

Frau in Badewanne vor Menschen

Ein Spaziergang, respektive eine kleine Ausfahrt mit dem Rad durch den Kiez, eröffnet manchmal völlig neue Perspektiven. So wie mir heute nachmittag, den letzten Oktobertag ausnutzend, an der Eastsidegallery entlangradelnd, um eigentlich das Graffitti zu suchen, was der bescheuerte Hip-Hopper vor zwei Nächten auf die Kunstwerke gesprayt hat. Da eröffnete sich plötzlich ein merkwürdiger Ausblick, der vor mir schon jede Menge andere Menschen innehalten ließ. An der Anlegestelle gegenüber der O2 Arena, stand eine Emaillebadewanne mit einer, sich in einem Schaumbad aalenden, jungen rothaarigen Frau, umkreist von ihrem Freund und Fotograf der aus allen Perspektiven dieses Badezimmerszenario aufnahm. Ob es wirklich um das Baden an sich ging, oder um die Wirkung auf die staunenden Menschen kann ich nicht sicher beurteilen. Aber so oder so, eine coole Kunstaktion und eine willkommene Abwechslung der Touris die sonst nur die Bilder an der Mauer anschauen müssen.

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John
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