Kiez

Donnerstag, 8. Mai 2008

Nachsaison

Fünf Fotografen, fünf gemeinsame Projekte. Unter diesem Motto steht eine Fotoausstellung die von morgen bis zum 20. Juni 2008 in der Fotogalerie Friedrichshain, am Helsingforser Platz 1, zu sehen ist. Die Galerie, die schon zu DDR Zeiten überregionale Bedeutung hatte, zeigt immer wieder interessante Ausstellungen bekannter Fotografen.

So auch in der heute mit einer Vernissage startenden Ausstellung "Nachsaison". Fast zwanzig Jahre liegen zwischen dem ersten und dem bislang letzten Projekt der fünf Fotografen. 1988 gingen die vier Männer und eine Frau zum ersten Mal gemeinsam auf Bildersuche, am gleichen Ort, auf unterschiedlichen Wegen.

Diesem Prinzip folgten sie bei allen gemeinsamen „Fünf-Tage“-Projekten, als sie auf der winterschläfrigen Insel Hiddensee fotografierten (1988), in einer Thüringischen LPG (1989, noch vor der Maueröffnung), auf dem alten Leipziger Hauptbahnhof (Sommer 1990), bei einer Hallenser Theaterinszenierung (1992) und in einem bulgarischen Ferienort (2006) – in der Nachsaison, wenige Wochen vor dem EU-Beitritt des Landes.

Viele Bilder zeigen Teile eines Alltags, aus einer langsam verschwindenden DDR. Für einen in der DDR Geborenen möglicherweise nostalgisch, für mich - als sozialisierter Westbürger - ein Eindruck grauer Tristesse. Weitere Informationen, Infos zu den Fotografen und einige Bilder gibt es auf der Website des Berliner Kulturrings e.V.

Ausstellung in der Fotogalerie Friedrichshain
Foto: h|b

Mittwoch, 7. Mai 2008

Doppelter Sundowner

Wie in "Begegnung der dritten Art", wo die Menschen ohne genau zu wissen warum, immer einen bestimmten Ort aufsuchen müssen, passiert das in Berlin jeden Abend an der Modersohnbrücke in Friedrichshain.

Bewaffnet mit Getränken versammeln sich junge Leute und warten, bis hinter dem Alex die Sonne untergeht. Die Geländer sind gut gefüllt und im Sommer dürfte es hier richtig eng werden. Hat was von Happening, ganz ohne Flashmob Aufforderung.

Sonnenuntergang
Foto: h|b

Wenn die Sonne dann endlich untergegangen ist und man keine Lust mehr auf Brückenchillen hat, kann man ein paar Meter weiter Richtung Revaler Strasse gehen. Dort direkt an der Ecke hat seit Anfang Mai Lunas Strandgarten geöffnet.

Auf 3000 qm feinstem Sand kann man hier gemütlich in Strandkörben oder auf Loungemöbeln abhängen. Von Donnerstag bis Sonntag mit DJ Untermalung open end. Für eine Strandbar fehlt zwar irgendwie die Spree, aber für den Kiez eine nette Location mit viel Platz, einem Beachvolleyballfeld und fairen Getränkepreisen.

Lunas Strandgarten Revaler Ecke Modersohn
Foto: h|b

Donnerstag, 1. Mai 2008

ichstress ichpause ichstreik

1. Mai 2008 in Berlin. Gepflegte Langeweile. Spasskultur und MyFest. Friede, Freude, Eierkuchen. So alte Streetfighter und Medienscharfmacher müssen doch das Heulen kriegen. Nüscht los. Walpurgisnacht am Boxi und am Mauerpark, kleine Scharmützel, ein paar fliegende Flaschen aber sonst ruhig. Und .... Das ist gut so. Dafür liefs wohl in Hamburg heuer eine Nummer härter ab.

Der Slogan der Maiparade Foto: h|b

Mit dem Slogan be.streik.berlin zog dann heute die "Mayday Berlin" von Friedrichshain über Warschauer- und Oberbaumbrücke nach Kreuzberg. Der Zug war mehr Loveparade als Hardcoredemo früherer Zeiten, als der schwarze Block das Bild beherrschte. Der einzige schwarze Block heute waren die Jungs und Mädels aus Niedersachsen (Streikt eigentlich die Berliner Polizei schon?).

Special Forces Foto: h|b

Das Motto "ichpause" von den mayday Veranstaltern nahmen sich auch ein paar spontane Aktivisten auf der Oberbaumbrücke zu Herzen und bauten sich gleich mal ihr gemütliches Wohnzimmer mit Couch und Stehlampe dort auf. Es gibt schlechtere Aussichten zum Wohnen und Demo gucken.

Ich Pause - Wir pausen Foto: h|b

Mehr zum Euromayday gibts im Mayday-Blog

22.00 Uhr - Nachtrag: Ein paar Bekloppte muss es wohl doch immer geben. RBB meldete einen Angriff einiger Autonomen auf den Polizeipräsidenten Glietsch, als der im Laufe des Abends den Lausitzer Platz besuchte, um sich ein Bild der Lage zu machen. Die Polizei brachte Glietsch in Sicherheit.

Sonntag, 27. April 2008

Abgestimmt

Auch wenn ich WoWi auf Grund seines arroganten Verhaltens eine Niederlage gewünscht hätte, ist es wohl nicht so gekommen. Die erkennbaren Trends nach rund 80% Auszählung der Berliner Stimmbezirke zeigt das Nichterreichen des Quorums von 25% Ja-Stimmen und damit das offizielle Scheitern des Volksentscheides zur Offenhaltung von Tempelhof.

Das war der entspannteste Wahlhelferjob meiner "Karriere". Von rund 2400 Wahlberechtigten im Wahlbezirk 165 von Friedrichshain/Kreuzberg in der Modersohn Grundschule, kamen über den Tag verteilt gerade mal 460 Leute um ihr Kreuzchen zu machen. Damit lag die Wahlbeteiligung (inkl. Briefwahl) bei ca. 26%. Auch wenn in westlichen Bezirken sicher eine höhere Beteiligung erreicht wurde, gab es in anderen Randbezirken auch Niedrigere. Laut Trendmeldung liegt auch das Verhältnis von Ja zu Nein-Stimmen bei 60:40.

Die Befürworter der Offenhaltung sprechen daher auch schon nicht mehr vom Volksentscheid, sondern von der großen Zustimmung bei der Wahl, die nun endlich Ergebnisse in der Berliner Politik zeigen müsste. Okay, und wozu hab ich dann 10 Stunden meiner Zeit geopfert, wenn das eh alles Wurscht ist? Der Volksentscheid ist gescheitert, that's it.

Wahlbezirk 165 in Friedrichshain-Kreuzberg Foto: h|b

Samstag, 12. April 2008

Abriss

Bevor Neues entsteht, muss Altes weichen. Das gilt besonders für den Berliner Ostteil. Neben dem Dauerabriss des Palastes der Republik, gibt es auch Veränderungen im Kleinen. Im Kiez. In der Nachbarschaft.

So sind Bagger gerade dabei an der Kreuzung Marchlewski-/Rüdersdorfer Strasse eine Fläche einzuebnen, die bisher mit alten Garagen, einem Billigmarkt und allerlei Gerümpel übersäht war. Alles im Schatten der gerade renovierten Dathe-Oberschule.

Dabei fiel auch eine komplette Pappelreihe den Rodungen zum Opfer, so dass wir jetzt von unserer Wohnung freien Blick auf die Baumärkte im Wriezener Karree haben. Das hätte es allerdings nicht unbedingt gebraucht. Leider passiert mit der neu gewonnen Fläche das, was häufig passiert. Es kommt was Neues, aber nicht unbedingt was Erwünschtes: Ein Aldi und ein Getränkemarkt. Naja. Vielleicht passt es aber doch zum Umfeld.

Bevor neues entsteht, muss Altes weichen Foto: h|b

Sonntag, 30. März 2008

Allah am Flughafen Tempelhof

Heute nachmittag war ich mit'm Fahrrad im Westen. Genauer gesagt in Neukölln. Dahin zieht meine Tochter am Mittwoch, wenn alles glatt geht. Wollte schon mal vorab die "Location checken". Ganz nette Gegend. Stichstrasse zur Sonnenallee (West). Irgendwo stand jetzt auch, dass Neukölln Berlins nächster Szenekiez wird. Viel Spaß damit.

Wo ich eh schon mal da in der Ecke war, wollte ich unbedingt ein Foto eines von Tempelhof startenden Flugzeugs mitten über dem Berliner Häusermeer. Dazu bewegte ich mich zuerst in den Königin Louise Park. Übrigens nettes Fleckchen. Kam aber kein Flugzeug. Vielleicht Sonntagsflugverbot? Nach 'ner halben Stunde warten, weiter direkt zum Zaun am Flughafen. Nüscht los, tote Hose. Flughafen? Zaun? An was erinnert mich das bloß? Na egal.

Dann eben den Rosinenbomber auf der Nordwestseite von Tempelhof. Auf dem Weg dahin bin ich aber fast vom Rad gefallen. Zwei Riesenminarette und eine Moschee wie der Berliner Dom! Okay nicht ganz, aber schon ein Riesending. Was es alles gibt in Berlin. Be Allah, Be Neukölln, Be Berlin.

Eigentlich wollte ich nur schnell ein paar Fotos schießen, aber ein netter älterer Herr hatte mich erspäht und ich sollte doch von ihm und seinem Fahrrad ein Foto vor der Moschee machen. Why ever. Nach den Fotos hat er mir dann gleich noch die Moschee gezeigt - es handelt sich übrigens um die Sehitlik Camii Moschee - und alles erklärt. So bin ich heute zu meinem ersten Moscheebesuch gekommen. Innen. Auf Socken! Auch von innen ein Wahnsinnsteil für rund 1000 Gläubige und einen 900 Kilo schweren Kronleuchter. Noch ein Ayram zum Abschied und ein "Shukran" Online nachträglich. Hier isser: Herr Ahmet Cerci aus Berlin.

Ahmet Cerci vor der Sehitlik Camii Moschee in Berlin Foto: h|b

Mittwoch, 16. Januar 2008

Indianerehrenwort

Die Telekom wird vor unserer Haustür wieder mal aktiv. Schon seit langer Zeit stehen die grauen Kästen in Friedrichshain auf diversen Bürgersteigen und versprechen eine goldene Zukunft der schnellen Netzwelt.

Leider hat die Realität noch nicht gehalten, was der Schein verspricht. Und die Telekom verspricht schon gar nichts, nicht mal auf Anfrage. Die Hoffnung bleibt also, dass die Kästen nicht aufgestellt wurden, weil man gerade welche über hatte und sie sich auf den Bürgersteigen gut machen, sondern weil man konkret damit etwas vorhat: Nämlich schnelle Glasfaseranschlüsse in die Häuser legen und die Bewohner aus der Internetsteinzeit holen.

Das man ein Zelt drumrumbaut, damit die armen Jungs von der Telekom nicht frieren, beim Verknoten der Glasfaserkabel mit der Hausleitung, macht immerhin Hoffnung. Mal sehen, was ich zu diesem Thema im nächsten Jahresrückblick sagen kann ;-)

Die Telekom arbeitet Foto: h|b

Sonntag, 23. Dezember 2007

18, 20, passe

Dieses Jahr habe ich sporadisch an den Skatabenden im Comenius-Eck teilgenommen. Mr. Miyagi (alias Peter Kress) hatte mich freundlich überredet. Ich wusste zwar, dass ich das Spiel zumindest nach den Regeln berherrsche, aber Übung macht bekanntlich den Meister. Peter überliess mir dazu eine CD für den Rechner zum Skatspielen. Die beiden PC-Gegenspieler waren ziemlich stulle und so konnte man auch schon mal ein gewagtes Spiel gewinnen.

Das größte Manko war allerdings die Ausbeute der Karten nach Mischen und Ausgeben. Okay, dachte ich, das Spiel mischt halt wenig kreativ, im realen Leben ist das sicher anders. Um so verwunderter war ich nach dem ersten Einsatz - zu dem bin ich noch gehörig eingeschüchtert gegangen, erwarteten mich doch lauter alte Skatprofis - als ich ähnliche Karten bekam. Selten ein Blatt mit dem auch ein Anfänger mal ein Spiel wagen kann.

Naja, wie auch immer, zweimal hat's fürs Gurkenglas gereicht (dazu muss man unbedingt allerletzter werden) und dreimal für Plätze rund um den 10ten. Gestern zum Weihnachtsspecial der absolute Tiefpunkt. Von 36 möglichen Spielen EIN Spiel in der ersten Runde und fünf Spiele in der zweiten Runde. Ausbeute: 442 Punkte. Der Sieger kam wohlgemerkt auf 2700 Punkte. Nee, irgendwie ist Skat nicht meine Welt. Kann mir immer noch nicht merken, wer nun wieviel Trumpf hält, oder bereits ausgespielt hat. Spielanalyse nach dem letzten Stich ist mir völlig fremd - weiß nicht mal mehr wieviel Buben ich hatte.

So werde ich mich aus dieser mir fremden Welt wieder zurückziehen und lieber ab und an ein Bierchen mehr trinken. Peter, vielen Dank für den Versuch, aber ich glaube ich bleibe bei Romme und 17 + 4 ;-)

Skatrunde im Comenius Eck Foto: h|b

Samstag, 15. Dezember 2007

Kiezwechsel

War heute nachmittag mal kurz im Schwabenland. Also nicht wirklich. Nur so ersatzweise, im Kinderbrütgebiet Prenzlauer Berg. Man hört und liest ja eine ganze Menge von dieser Gegend in Berlin, so wollte ich mal persönlich nachsehen. Ein sehr schöner Bericht war übrigens letzt im Tagesspiegel

Ich war allerdings auch nur rund um den Helmholtzplatz und dann weiter runter zum Wasserturm. Aus den Kommentaren zum Artikel geht hervor, dass das nun nicht unbedingt Prenzlauer Berg wäre. War aber trotzdem ganz schön da. Viel Altbaubestand und viele hübsche Menschen. Hab sogar schnell eine unangemeldete Versammlung von Heizpilzen fotografiert, die gegen die Klimabeschlüsse von Bali demonstriert haben. Ich wollte aber nix unterschreiben. Muss ich jedenfalls bald wieder mal hin.

Heizpilzversammlung in Prenzlauer Berg Foto: h|b

Mittwoch, 28. November 2007

Need for Speed

Die Ecke Warschauer- und Marchlewskistrasse entwickelt sich langsam zum Experimentierfeld für Werbe- und Plakatgestalter. Aktuell hängt dort ein Monsterplakat das für das Rennspiel "Need for Speed" wirbt. Da das Haus leer steht und grundrenoviert wird, gibt es wohl auch keine Einschränkungen. Hinter den Bremsleuchten des Autos und hinter dem Label EA Sports stehen fette Scheinwerfer auf dem Gerüst, die regelmäßig aufleuchten und so "Action" simulieren. Faszinierend. Bei einem der letzten Aktionen wurde aus einem Mini unregelmäßig Rauch ausgestoßen. Ein echter Eyecatcher ;-)

Plakate die den Rahmen sprengen

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Kommentare

wouw
Harald, was hast Du denn da für eine coole Maschine!?...
william5 - 10. Mai, 22:47
hach :-)
Ich beneide Euch um diese Motorradfahrt (kann mich...
Karo (anonym) - 10. Mai, 22:28
1.Mai
Auch hier friede freude eierkuchen hier in bern..oder...
honigbaerli - 1. Mai, 22:10

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Zuletzt aktualisiert: 15. Mai, 21:37

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